Jedem und jeder Hundebesitzer*in ist womöglich schon einmal die Frage gekommen, ob dem geliebten Vierbeiner Öl gefüttert werden darf und wozu das überhaupt notwendig ist. Die Antwort: Öle und gesunde Fette spielen in der Fütterung von Hunden eine wichtige Rolle. Besonders beim Barfen sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden – diese schließt gute Fette mit ein. Doch welche Öle sind zum Barfen überhaupt geeignet? Wie werden sie dosiert und von welchen Ölen sollte man lieber die Pfoten lassen? Das alles und mehr erfährst du in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Beim Barfen wird meist Fleisch verwendet, dass nicht ausreichend Omega-3-Fettsäuren enthält, deshalb solltest du es zusätzlich füttern
  • Omega-3-Fettsäuren zählen zu den essenziellen Fettsäuren, die dein Hund nicht selber herstellen kann
  • Die besten Öle zum Barfen sind Olivenöl, Leinöl, Lachs- und Krillöl sowie Schwarzkümmelöl
  • Öle mit essenziellen Fettsäuren sorgen für ein starkes Immunsystem, ein funktionierendes Gehirn, mehr Energie, gesunde Haut und schönes Fell
  • Beim Barfen mit Öl solltest du auf die Verwendung von kaltgepresstem Öl achten
  • Nicht jedes Öl ist für Hunde geeignet!
  • Auf 1 Kilogramm Hundegewicht können 0,3 Gramm Öl gefüttert werden

Wieso Barfen mit Öl?

Barf steht für „Biologisch artgerechte Rohfütterung“ und ist angelehnt an die früheren Fressgewohnheiten von Wildhunden, insbesondere von Wölfen. Damals bestand die Beute von Wölfen meist aus Kaninchen oder Wild, deren Fleisch reich an essenziellen Omega-3-Fettsäuren sind. Heutzutage wird meist mit Rind oder Huhn gebarft. Da dieses Fleisch weniger essenzielle Fettsäuren enthält, ist es äußerst ratsam, die BARF-Ernährung deines Vierbeiners mit geeigneten Ölen zu unterstützen.

barfen mit öl
Öle mit vielen essenziellen Fettsäuren tun deinem Hund gut

Doch nicht nur die Omega-3-Fettsäuren sind für deinen Vierbeiner äußerst wichtig. Auch Omega-6-Fettsäuren müssen dem Hund regelmäßig gefüttert werden. Bestenfalls in Kombination. Sowohl Omega-3 als auch Omega-6 zählen zu den essenziellen Fettsäuren. Essenziell sind sie deshalb, da der Körper des Hundes diese nicht selbst herstellen kann und sie deshalb über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 kann dabei 1:2 bis maximal 1:5 betragen. Neben den lebensnotwendigen Eigenschaften, die essenzielle Fettsäuren in einem Organismus spielen, sind Omega-3 und Omega-6 ebenfalls verantwortlich für ein gesundes und glänzendes Fell, weniger Hauptprobleme und mehr Energie.

Außerdem spielen Fette eine wichtige Rolle darin, dass bestimmte Vitamine vom Körper des Hundes verwertet werden können. Bei diesen Vitaminen handelt es sich um sogenannte fettlösliche Vitamine, die nur in Kombination mit Fett von Körper richtig aufgenommen werden können. Zu diesen Vitaminen zählen unter anderem Vitamin A, D, E und K.

Welches Öl beim Barfen?

Beim Barfen mit Öl sollte jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass Öl nicht gleich Öl ist. Beim Kauf von Ölen solltest du in erster Linie beachten, dass es sich hierbei um kaltgepresste Öle handelt. Wenn nicht „kalt gepresst“ auf der Verpackung steht, kannst du nach den Bezeichnungen „nativ“ oder „extra vergine“ Ausschau halten. Kaltgepresst bedeutet, dass das Öl nicht über 40 Grad erhitzt wurde und somit noch alle wichtigen Nährstoffe, unter anderem auch die essenziellen Fettsäuren enthält.

Tipp: Besonders hochqualitative und kaltgepresste Öle, die reich an ungesättigten Fettsäuren, wie Omega-3 oder Omega-6 sind, ist die Haltbarkeitszeit deutlich geringer, als bei anderen Ölen. Wichtig hier: Kaufe ein Öl am besten in einer kleineren und dunklen Glasflasche und lagere es im Kühlschrank.

öl barf
Öle am besten in einer dunklen Flasche kaufen und im Kühlschrank lagern.

Doch welche Öle sind denn nun zur optimalen Barf-Fütterung geeignet? Hier kommen meine persönlichen Top 5 Öle für’s Barfen:

1. Der Allrounder: Olivenöl

Nicht nur bei uns Menschen findet das Olivenöl mit seinem leckeren Geschmack seinen Weg in diverse Gerichte, auch bei unseren Vierbeinern eignet sich das beliebte Öl zur Unterstützung der Fütterung.

Olivenöl ist besonders reich an Omega-3-Fettsäuren. Das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 liegt hier bei 8:1. Wer sich jetzt fragt, wie das mit dem optimalen Verhältnis von mindestens 1:2 zusammenpasst, der kann beruhigt sein. Zwar sind in den heutigen Fleischsorten Rind und Co. nicht mehr so viele Omega-3 Fettsäuren vorhanden, sie enthalten jedoch noch ausreichende Mengen Omega-6, weshalb es gar nicht mal so unklug ist, ein Öl mit hoher Omega-3-Konzentration zu supplementieren. Außerdem ist Olivenöl reich an Antioxidantien, die dafür verantwortlich sind, schädliche freie Radikale im Körper deines Vierbeiners zu binden und sie dadurch unschädlich zu machen. Olivenöl trägt im Allgemeinen zu einem besseren Immunsystem, einem funktionierenden Gehirn, gesunder Haut und schönem Fell bei.

Bei der Fütterung deines Hundes mit Olivenöl solltest du allerdings auf jeden Fall darauf achten, dass es sich um ein hochwertiges und – wie schon erwähnt – um ein kaltgepresstes Öl handelt.

2. Mag es kalt: Leinöl

Ebenfalls reich an den essenziellen Omega-3-Fettsäuren, ist das Leinöl. Dieses Öl ist nicht nur für uns Menschen äußerst gesund, auch unseren geliebten Vierbeinern tut es gut. Neben dem hohen Omega-3 Gehalt, kann Leinöl unter anderem dabei helfen, das Allergierisiko deines Hundes zu senken. Ebenso soll sich das Öl positiv auf den Magen-Darm-Trakt auswirken und den Körper deines Tieres auch beim Zellaufbau unterstützen. Leinöl hilft auch dabei, eine gesunde Gehirnleistung zu erhalten, Haut und Fell gesund zu halten und darüber hinaus noch die nötige Energie zu liefern, die dein Hund im Alltag braucht.

Bei Leinöl solltest du jedoch darauf achten, es kühl zu lagern, da es schnell ranzig werden kann. Daher gilt: lieber öfter und in kleinen Flachen kaufen und ab damit in den Kühlschrank!

3. Lachs: der Star unter den Fischölen

Fischöle sind bei unseren Vierbeinern geschmacklich besonders beliebt. Bei knausrigen Hunden kann eine Ergänzung des Barf-Futters mit Fischöl sogar zu einer erhöhten Futterakzeptanz führen. Die beliebteste Fischöl für die meisten Hunde(halter*innen) ist Lachsöl.

Lachsöl ist neben dem hohen Anteil an Omega-3 Fettsäuren auch reich an Linolsäure. Linolsäure gehört zu der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren und hilft besonders gegen (allergischen) Juckreiz, trockene Haut und Schuppen. Neben den positiven Effekten auf die Haut, wirkt das Fischöl auch entzündungshemmend, unterstützt das Immunsystem, reguliert den Blutfluss und stärkt und erhält die Gehirnleistung unserer Vierbeiner.

4. Krill: eine echte Lachs-Alternative

Krillöl besitzt dieselben positiven Eigenschaften wie Lachsöl. Krill ist ein Krebstier, das überwiegend aus der Antarktis stammt. Wichtig: Der Krill stellt die Omega-3-Fettsäuren selbst her, während der Lachs im Laufe seines Lebens ausreichend Omega-3 über seine Nahrung aufgenommen haben muss. Daher ist es wichtig zu beachten, dass der Ursprung der Lachse einen ausreichenden Omega-3 Anteil gewährleistet. Dieser kann besonders bei Zuchtlachsen deutlich geringer sein.

5. Gegen ungebetene Gäste: Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl für Hunde ist ein echter Geheimtipp. Es ist nicht nur reich an ungesättigten Fettsäuren, es enthält darüber hinaus noch wichtige Vitamine, wie Vitamin A, diverse B-Vitamine, Vitamin C und Vitamin E. Außerdem besitzt Schwarzkümmelöl einen hohen Anteil an Magnesium und Selen.

Doch was das Schwarzkümmelöl zu einem echten Geheimtipp macht, ist seine abwehrende Wirkung gegen ungebetene Gäste wie Zecken oder Flöhe. Wie das funktionieren soll, fragst du dich? Schwarzkümmelöl besteht zu einem großen Teil aus ätherischen Ölen, auf die Parasiten wie Zecken oder Flöhe mit ziemlicher Abneigung reagieren und sie deshalb meiden. Wer also gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen will, dem kann ich Schwarzkümmelöl nur wärmstens ans Herz legen.

Diese Top 5 Öle zum Barfen sind lediglich eine kleine Auswahl an möglichen Ölen. Bei der optimalen Hundeernährung lautet die Devise: ruhig ein bisschen Abwechslung in den Napf bringen! Denn wer zwischen verschiedenen Ölen wechselt, kann für eine optimale Versorgung von verschiedenen Fettsäuren sorgen und so möglichen Mangelerscheinungen vorbeugen.

Öl beim Barfen – auf diese Öle solltest du verzichten

Während es durchaus eine ganze Reihe an Ölen gibt, die für deinen Vierbeiner äußerst gesund sind, können manche Öle auch ziemlich schädlich für deinen Hund sein und sollten deshalb gemieden werden.

Öl barfen
Nicht jedes Öl ist für deinen Hund geeignet.

Von Unverträglichkeiten des Magen-Darm-Traktes, über Allergien und Epilepsie bis hin zu Veränderungen des genetischen Erbguts und Bildung von Tumorzellen – falsche Öle können bei deinem Hund ernsthafte Schäden anrichten. Diese Öle solltest du auf jeden Fall meiden:

Diese Öle mag dein Hund nicht:

  • Sonnenblumenöl
  • Distelöl
  • Maiskernöl
  • Erdnußöl
  • Rapsöl
  • Sojaöl

>> möchtest du mehr über schädliche Öle für den Hund wissen? Weitere Infos gibt’s hier.

Öl beim Barfen – die richtige Dosierung

Die richtige Dosierung von Öl beim Hund variiert je nach Alter, Gewicht und Aktivitätslevel. Jedoch lässt sich als Faustformel folgende Dosierung befolgen: 0,3 Gramm Öl auf ein Kilogramm Hundegewicht. Ein 5kg schwerer Hund darf folglich 1,5 Gramm Öl pro Tag bekommen, während für einen 10kg Hund 3 Gramm Öl in Ordnung sind. Um eine korrekte Dosierung des Öls zu gewährleisten, ist es ratsam mit der Menge etwas zu variieren. In der einen Woche kann es ruhig etwas mehr Öl sein, dafür gibt es in der nächsten Woche etwas weniger.

Um sich das Dosieren etwas zu vereinfachen, kann das Öl mit Hilfe eines Teelöffels bemessen werden. Aber aufgepasst: die Größe von Teelöffeln ist nicht genormt. Meist lässt sich allerdings schnell erkennen, ob die eigenen Teelöffel besonders groß oder klein sind.

Was es ebenfalls zu beachten gilt: Behalte immer grob vor Augen, wie viel Fette dein Hund durch seine tägliche Nahrung inklusive Leckerlis schon zu sich nimmt. Bei zu viel Öl, kann sich das recht schnell auf das Gewicht deines Vierbeiners auswirken, was wiederum beispielsweise Gelenken oder Herz-Kreislauf-System schaden kann. Am besten sprichst du vor der Fütterung mit Öl – und auch beim Barfen allgemein – die Ernährung deines Hundes mit deinem Tierarzt oder mit deiner Tierärztin ab.

Barfen mit Öl – Fazit:
Wer seinen Hund barft riskiert, dass nicht ausreichend essenzielle Fettsäuren, besonders Omega-3 in der täglichen Nahrung vorhanden sind. Deshalb ist es ratsam mit kaltgepressten und hochwertigen Ölen zu supplementieren. Am Besten geeignet sind beispielsweise Olivenöl, Leinöl, Lachs- und Krillöl sowie Schwarzkümmelöl. Sie sind dank ihrer essenziellen Fettsäuren nicht nur lebensnotwendig, sie haben auch eine positive Wirkung auf das Immunsystem und die Gehirnleistung unserer Vierbeiner. Ebenso liefern sie die nötige Energie für den Tag und sorgen für gesunde Haut und glänzendes Fell. Allerdings eignen sich nicht alle Öle zur Fütterung von Hunden. Das falsche Öl, kann im schlimmsten Fall erheblichen Schaden bei deinem Hund anrichten. Generell gilt bei der Dosierung: 0,3 Gramm Öl auf ein Kilogramm Hundegewicht.
Alisa
Autor

Hallo und herzlich Willkommen bei Petou! Mein Name ist Alisa und ich komme aus einem Ort irgendwo im tiefsten Schwarzwald. Ich habe in einem kleinen Ort im noch tieferen Schwarzwald „Online Medien“ studiert. Schon immer habe ich gerne in Blogs zu den unterschiedlichsten Themen gestöbert und mich hier und da ein wenig inspirieren lassen. Und mal ehrlich – was wäre ich für eine „Online Medien“-Studentin, wenn ich nicht auch mal einen eigenen Blog schreiben würde? Weiterlesen

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