Früher oder später steht jeder Hundebesitzer mal vor der Entscheidung zwischen Trockenfutter oder Nassfutter. Zugegeben, die richtige Ernährung für seinen Vierbeiner zu finden, ist heute schon fast so komplex geworden, wie die Ernährung des Menschen. Trockenfutter, Nassfutter, Barfen, vegane oder vegetarische Hundeernährung? Da kann man schnell den Überblick verlieren.

Die Wahl zwischen Trocken- und Nassfutter muss dabei jeder für sich selbst treffen. Je nach Lebensweise und Individualität von Hund und Halter, bieten Trocken- und Nassfutter ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. In diesem Artikel zeige ich euch, was für und gegen die Wahl zu Trocken- oder Nassfutter spricht um euch eine Entscheidungshilfe zu bieten. Viel Spaß beim Lesen!

Das Wichtigste in Kürze:

  • Trockenfutter eignet sich besonders für unterwegs, ist günstiger und leichter in der Handhabung
  • Die wichtigsten Nachteile von Trockenfutter sind hauptsächlich der Geschmack und teils unerwünschte Inhaltsstoffe
  • Nassfutter zeichnet sich vor allem durch die hohe Feuchtigkeit und den intensiveren Geschmack aus
  • Nassfutter ist nicht so lange haltbar und lässt sich deshalb auch schlechter lagern

Trockenfutter Top oder Flop?

Trockenfutter ist wohl die am meisten angewandte Form der Hundefütterung. Sie bringt zahlreiche Vorteile, jedoch auch einige Nachteile mit sich. Welche das sind, erfährst du jetzt.

Trockenfutter – die Vorteile

1. Längere Haltbarkeit & kostengünstig

Starten wir zunächst einmal mit dem Trockenfutter. Einige der Vor- oder Nachteile mögen hier bereits auf der Hand liegen. Trockenfutter zeichnet sich vor allem durch seine lange Haltbarkeit aus. Bis zu 12 Monaten kann Trockenfutter in der Regel gelagert werden, weshalb es auch in größeren Mengen gekauft werden kann. Das macht Trockenfutter zu der eindeutig preisgünstigeren Variante.

2. Keine künstl. Konservierungsstoffe

Durch den geringen Wasseranteil von 10%, werden von den Herstellern zur Haltbarmachung meist auf künstliche Konservierungsstoffe verzichtet.

3. Umweltschonend

Kauft man größere Packungen, kann dabei auch einiges an Verpackungsmüll eingespart werden. Während Nassfutter meist in Dosen verkauft wird, wird Trockenfutter häufig auch in größeren Papier- oder Stoffsäcken verkauft. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

trockenfutter hunde
Trockenfutter ist die am häufigsten angewandte Futtermethode.

4. Leichte Handhabung

Trockenfutter gibt es meist in Form von Pellets oder Kroketten. Diese sind im Vergleich zu seinem nassen Mitstreiter, relativ geruchsarm und sehr gut portionierbar. Mit einer kleinen Schale oder mit einem Messbecher, lässt sich das Trockenfutter leicht abmessen, weshalb man keine Bedenken haben braucht, seinen geliebten Vierbeiner zu über- oder unterfüttern. Auch unterwegs oder auf Reisen ist Trockenfutter meist die handlichere Wahl, da es auch um einiges sauberer ist.

5. Fördert das Gebiss

Durch den geringen Wasseranteil ist das Trockenfutter natürlich sehr hart. Das regt den Hund zum kauen an, wodurch das Gebiss gefördert wird. Bei Hunden, die sich bevorzugt von Trockenfutter ernähren, ist das Risiko von Zahnsteinbildung meist geringer.

trockenfutter hund
Trockenfutter regt den Hund zum Kauen an – das tut dem Hundegebiss gut.

6. Durstauslösend

Wer Bedenken hat, dass der Hund durch den geringen Wasseranteil zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, kann beruhigt sein. Durch das trockene Futter wird beim Hund das Durstgefühl ausgelöst, wodurch trotz trockenem Futter eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gewährleistet wird. Wichtig deshalb: dem Hund immer ausreichend Wasser zur Verfügung stellen.

Trockenfutter – die Nachteile

1. Weniger schmackhaft

Die Nachteile von Trockenfutter liegen zum größten Teil bei deinem Hund. Trockenfutter ist nicht so saftig wie Nassfutter und für den Hund deshalb meistens auch weniger schmackhaft.

2. Unverträglichkeiten

Bei Trockenfutter muss besonders auf die Inhaltsstoffe geachtet werden. Einige Hersteller verwenden unterschiedliche Getreidesorten wie Weizen, was bei manchen Hunden Allergien auslösen kann. Aus diesem Grund muss bei der Verwendung von Trockenfutter sowohl auf die Inhaltstoffe, als auch auf die Verträglichkeiten des Hundes geachtet werden (1).

Trockenfutter
Oftmals sind in Trockenfutter bestimmte Getreidesorten enthalten, auf die manche Hunde allergisch reagieren können.

3. Mundhygiene

Trockenfutter ist einerseits zwar gut für die Zähne des Hundes, da der Vierbeiner bewusst zum kauen angeregt wird und er das Futter weniger herunter schlingt, jedoch können Futterreste in den Zahnzwischenräumen des Hundes hängen bleiben. Das Risiko von Futterresten in den Zahnzwischenräumen ist bei Trockenfutter oftmals höher, da Mund und Zähne meist nicht mit ausreichend Speichel bedeckt sind. Es ist deshalb ratsam, bei der Verwendung von Trockenfutter, besonders auf die Mundhygiene des Hundes zu achten.

4. Lagerung

Trockenfutter zwar um einiges besser lagern als Nassfutter, trotzdem sollte man bei der Lagerung ein paar Dinge beachten. Trockenfutter für Hunde sollte kühl und trocken gelagert werden, da andernfalls Futtermilben und Schimmel zum Risiko werden können.

Trockenfutter
Trockenfutter sollte immer kühl und trocken gelagert werden.

5. Magenreizungen

Die Trockenheit des Futters wirkt sich jedoch nicht nur auf die Mundhygiene der Tiere aus. Besonders bei Hunden mit empfindlicher Magenschleimhaut, können die trockenen Futterbrocken zu Reizungen im Magen-Darm-Trakt führen(2).

Vielleicht lieber Nassfutter?

Nassfutter ist bekannt dafür, dass es dem Hund besser schmeckt, jedoch gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Vor- und Nachteile, die dir als Entscheidungshilfe dienen können, wenn du dir bei der Wahl des richtigen Futters noch unsicher bist.

Nassfutter – die Vorteile

1. Schmackhafter

Die Vorteile von Nassfutter liegen meist bei den Hunden. Das Futter beinhaltet mehr Feuchtigkeit und ist häufig auch geschmacklich intensiver. Würdest du deinem Hund die Wahl lassen, würde er sich höchstwahrscheinlich für das Nassfutter entscheiden.

2. Medikamente

Nassfutter ist zudem besser geeignet, wenn du deinem Hund Medikamente unter das Futter mischen musst.

Nassfutter Hund
Nassfutter beinhaltet mehr Feuchtigkeit und ist deshalb auch geschmacklich intensiver.

3. Flüssigkeitszufuhr

Für Hunde, die Schwierigkeiten damit haben, über den Tag verteilt genug Wasser zu sich zu nehmen, kann Nassfutter dabei helfen, über die Nahrung schon etwas Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Trotzdem solltest du sicherstellen, dass dein Hund trotzdem ausreichend trinkt.

4. Geringer Kauaufwand

Nassfutter Hund
Hätte dein Hund die Wahl, würde er sich wahrscheinlich für Nassfutter entscheiden.

Ebenfalls eignet sich Nassfutter besonders gut für alte Hunde oder für die Vierbeiner, die Probleme mit dem Kauen haben. Das Nassfutter ist saftig und weich, weswegen nur ein minimaler Kauaufwand betrieben werden muss.

5. Bei Übergewicht

Bei übergewichtigen Hunden empfiehlt es sich meist auch, auf Nassfutter zurückzugreifen, da durch den hohen Wasseranteil die Masse des Futters höher ist. Mit mehr Nassfutter kommt man also auf den gleichen Energiegehalt wie bei einer kleineren Portion Trockenfutter. Nassfutter empfiehlt sich hierbei vor allem dann, wenn das Übergewicht deines Vierbeiners an der Fressfreude des Hundes liegt (3). Und sind wir mal ehrlich, das ist wahrscheinlich bei den meisten übergewichtigen Hunden der Fall.

Nassfutter – die Nachteile

1. Künstl. Konservierungsstoffe

Nassfutter bringt zwar einige Vorteile mit sich, jedoch sind auch die Nachteile nicht von der Hand zu weisen. Nassfutter ist meist mit künstlichen Konservierungsstoffen angereichert, um eine längere Haltbarkeit gewährleisten zu können.

2. Aufwändige Handhabung

Zudem können sich Bakterien im Nassfutter schneller vermehren, als es bei Trockenfutter der Fall ist. Es ist geruchsintensiver und aufwändiger in der Portionierung und Handhabung, was vor allem unterwegs manchmal schwierig sein kann.

Nassfutter
Besonders unterwegs kann die Handhabung mit Nassfutter etwas schwieriger sein.

3. Lagerung & Umwelt

Durch die kürzere Haltbarkeit wird Nassfutter eher in kleineren Dosen verkauft. Diese sind einerseits nicht so leicht lagerbar wie Nassfutter, andererseits wirst du der Umwelt damit keinen Gefallen tun, andauernd Dosen mit Nassfutter zu kaufen.

4. Zahnprobleme

Durch die hohe Feuchtigkeit im Nassfutter wird der Zahnabrieb der Hunde nicht gefördert, was auf die Dauer Zahnprobleme bei deinem Vierbeiner verursachen kann.

5. Viel Masse

Besonders bei kleineren Hunden und Hunden mit weniger Appetit (man glaubt es nicht, aber das soll vorkommen) ist Nassfutter eher weniger geeignet, da die Tiere eine größere Menge an Futter zu sich nehmen müssen, um ihren Energiebedarf zu decken.

Worauf sollst du bei gutem Hundefutter achten?

Inhaltsstoffe

Egal ob du dich für Trocken- oder Nassfutter entscheidest, du solltest in jedem Fall darauf achten, dass das Futter die richtigen und vor allem gute Inhaltsstoffe beinhaltet. Oftmals wird Hundefutter mit unerwünschten Zusatzstoffen versetzt, die sich auf den ersten Blick zwar gar nicht so schlecht anhören mögen, deinem Hund aber trotzdem nicht gut tun.

Verträglichkeiten

Auch solltest du darauf achten, dass falls dein Hund eine Unverträglichkeit gegenüber einigen Getreidearten, wie beispielsweise Weizen aufweist, das Hundefutter frei von diesen Inhalten ist.

Alleinfutter

Wichtig ist auch, dass es sich – egal ob bei Trocken- oder Nassfutter – um ein Alleinfutter handelt. Nur so kann gewährleistet werden, dass dein vierbeiniger Freund alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe bekommt, die er auch benötigt.

Trockenfutter_nassfutter
Egal ob Trockenfutter oder Nassfutter – auf die Inhaltsstoffe kommt es an!

Die Vor- und Nachteile auf einen Blick

Pro Contra
Trockenfutter Längere Haltbarkeit Für den Hund weniger schmackhaft
Kostengünstiger Oftmals sind Getreide und andere schwer verträgliche Zutaten beinhaltet
Keine künstl. Konservierungsstoffe Futtermilben und Schimmel bei falscher Lagerung
Umweltschonender Futterreste können in den Zahnzwischenräumen hängen bleiben
Geruchsarm Kann bei empfindlichen Hunden zu Reizungen des Verdauungssystems führen
Fördert das Gebiss
Mehr Sauberkeit
Nassfutter Geschmacklich intensiver Umweltschädlicher
Hilfreich, wenn Medikamente gefüttert werden müssen Beinhalten oftmals künstl. Konservierungsstoffe für längere Haltbarkeit
Gut für Hunde, die Probleme beim Kauen haben Schlecht für Hunde mit weniger Appetit (da mehr Masse)
Hilfreich bei der täglichen Flüssigkeitszufuhr Schwierigere Portionierung, vor allem Unterwegs
Empfehlenswert bei übergewichtigen Hunden Zahnabrieb wird nicht gefördert
Kürzere Haltbarkeit

Halbfeuchtes Futter als Kompromiss

Für diejenigen, die sich nicht entscheiden können – oder wollen – die müssen auf nichts verzichten. Halbfeuchtes Hundefutter ist eine Mischung zwischen Feucht- und Nassfutter. Das kann entweder selbst hergestellt, oder schon fertig gekauft werden. Halbfeuchtes Futter bringt deinem Vierbeiner die Vorteile von beiden Futtermethoden: es beinhaltet mehr Feuchtigkeit als Trockenfutter, ist geschmacklich intensiver und beinhaltet alle wichtigen Nährstoffe, die dein vierbeiniger Freund für jeden Tag benötigt.

halbfeuchtes_futter
Halbfeuchtes Futter kann ein echter Kompromiss sein – sowohl für dich, als auch deinen Hund.
Fazit:
Ob Trockenfutter, Nassfutter oder auch halbfeuchtes Futter – je nach Hund und je nach deinen eigenen Umständen, bringt jede Futterart seine eigenen Vorteile (und Nachteile). Achte bei der Wahl der Futterart darauf, ob dein Hund eventuelle Verdauungsprobleme, Kau- oder Verdauungsschwierigkeiten hat. Deine persönlichen Umständen, wie deine finanzielle Lage, oder ob du viel unterwegs bist, spielen dabei auch in die Wahl des richtigen Hundefutters mit rein.
Alisa
Autor

Hallo und herzlich Willkommen bei Petou! Mein Name ist Alisa und ich komme aus einem Ort irgendwo im tiefsten Schwarzwald. Ich habe in einem kleinen Ort im noch tieferen Schwarzwald „Online Medien“ studiert. Schon immer habe ich gerne in Blogs zu den unterschiedlichsten Themen gestöbert und mich hier und da ein wenig inspirieren lassen. Und mal ehrlich – was wäre ich für eine „Online Medien“-Studentin, wenn ich nicht auch mal einen eigenen Blog schreiben würde? Weiterlesen

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