OCD beim Hund betrifft vor allem große und schwere Hunde. Und nein – damit ist nicht die obsessive-compulsive disorder, zu Deutsch die Zwangsstörung gemeint, sondern sogenannte Osteochondrosis dissecans. Eine Entwicklungsstörung des Skeletts der Hunde. Was genau diese Krankheit überhaupt ist, was die Symptome von OCD sind und wie man sie behandeln kann, verrate ich dir in diesem Artikel.

Das Wichtigste in Kürze:

  • OCD steht für Osteochondrosis dissecans und ist eine degenerative Störung der Knorpelbildung in den Gelenken
  • OCD führt zu einer Fehlbildung des Bewegungsapparates
  • OCD tritt meist zwischen dem 4. Und 7. Lebensmonat auf
  • Besonders junge Hunde großer und schwerer Hunderassen sind betroffen
  • Die Krankheit wird oftmals erst spät diagnostiziert
  • OCD betrifft meist Schulter-, Ellenbogen, Knie- und Sprunggelenke
  • Eine falsche Ernährung, hormonelle Unausgeglichenheit oder übermäßige Belastung können die Entstehung von OCD fördern
  • wichtig für die Behandlung dieser Krankheit ist eine frühzeitige Diagnose

Was ist die Osteochondrosis dissecans (OCD)?

Die OCD bezeichnet eine degenerative Störung der Knorpelbildung in den Gelenken, die zu einer Entwicklungsstörung des Skeletts führt. Meist tritt diese erblich bedingte Störung bei jungen, schnell heranwachsenden Hunden großer und schwerer Hunderassen auf.

Der Großteil des Hundeskelettes entsteht über Knorpel die später verknöchern. Diesen Prozess nennt man enchondrale Ossifikation. Bei der OCD wird dieser Prozess gestört. Knorpel zwischen den Gelenken wachsen bis zu einer Größe heran, in der sie sich verdicken und die Dichte des Knorpels so hoch ist, dass tiefere Schichten nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden können.

Die Folge: der Knorpel stirbt ab, was wiederrum die Verknöcherung des Knorpels zum Skelett verhindert. Wenn Teile des Knorpels absterben und sich ablösen, bezeichnet man das als OCD.

ocd beim hund
Bei der OCD handelt es sich um eine Fehlbildung des Skeletts auf Grund von Knorpel- und Gelenkversagen

OCD tritt meist im Schulter-, Ellenbogen, Knie- und Sprunggelenk auf. Aber auch das Kreuzbein kann betroffen sein. Am häufigsten kommt diese Erkrankung mit 74% der Fälle im Schulterbereich vor.

Meist tritt die Krankheit bereits ab dem 4. Lebensmonat der Vierbeiner auf. Oftmals ist die Diagnose allerdings recht spät. Während sich die OCD in einem Alter von 4-7 Monaten manifestiert, erfolgt die Diagnose meist erst ab dem 6. Monat, in dem schon einiges an Schaden angerichtet sein kann. Zu diesem Zeitpunkt kann das Skelett des Hundes bereits irreversible Schäden angenommen haben. Die Folge: das Skelett deines Hundes ist nicht korrekt ausgebildet und kann deinen Hund in seiner Bewegungsfähigkeit stark einschränken.

Daher ist es wichtig zu wissen, dass junge Hunde großer Hunderassen anfällig für diese Erkrankung sind. Besonders in der frühen Wachstumsphase ist von dir als Hundehalter*in besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht erforderlich. Solltest du bereits früh bemerken, dass dein Hund sich ungewöhnlich bewegt, suche schnellstmöglich deinen Tierarzt oder deine Tierärztin auf. Denn je früher die Krankheit erkannt wird, desto früher kann eine Fehlbildung des Skeletts verhindert werden.

OCD beim Hund – die Ursachen

Die Ursachen der Krankheit sind bis heute noch nicht vollends geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass die Krankheit aus mehreren Faktoren resultieren kann – oftmals auch in Kombination. Die häufigsten Ursachen werden neben der Rassenzugehörigkeit in einer falschen Ernährungsweise, in einem unausgeglichenen Hormonhaushalt oder in übermäßiger Belastung der Gelenke gesehen.

1. OCD – welche Rassen sind anfällig?

Wie bereits erwähnt, kommt diese Entwicklungsstörung des Skeletts besonders bei heranwachsenden Hunden großer und schwerer Hunderassen vor. Besonders anfällig sind dabei folgende Hunderassen:

ocd beim hund
Besonders junge Hunde großer Hunderassen sind anfällig für OCD.
  • Deutscher und belgischer Schäferhund
  • Deutsche Dogge
  • Boxer
  • Neufundländer
  • Rottweiler
  • Labrador
  • Golden Retriever

In seltenen Fällen kann es allerdings vorkommen, dass auch kleinere Hunderassen OCD entwickeln. Solltest du also feststellen, dass dein Hund – egal welcher Rasse – sich im jungen auf seltsame Weise bewegt, lahmt oder nicht richtig laufen kann, solltest du das schnellstmöglich untersuchen lassen, um der Krankheit frühestmöglich entgegenzuwirken.

2. Eine falsche Ernährung

Bekommt dein Hund über die Ernährung zu viel Energie, also nimmt er mehr Kalorien auf, als er eigentlich braucht, kann das die Entstehung der OCD fördern. Eine Überversorgung an Energie und Nährstoffen führt dazu, dass dein Hund zu schnell wächst und das entstehende Skelett das überschüssige Gewicht nicht ausreichend stemmen kann. Das Ergebnis: Knochen und vor allem Gelenke werden überbelastet und können absterben.

Neben einer Überversorgung an Kalorien kann auch ein falsches Verhältnis wichtiger Nährstoffe zu der Entwicklung einer OCD führen. Besonders wichtig ist eine ausgeglichene Zusammensetzung von Vitamin D, Phosphor und Kalzium. Gerade ein Kalzium-Überschuss kann für die Gelenke deines Hundes schädlich sein. Ist zu viel Kalzium vorhanden führt das dazu, dass der Anteil von Calcitonin im Blut erhöht ist. Das wiederum beeinflusst die Reifung der Knorpelzellen negativ. Sie verdicken sich und die Gefahr besteht, dass sie nicht mehr ausreichen versorgt werden können und absterben.

ocd beim hund
Eine falsche Ernährung kann die Entstehung der Krankheit beeinflussen.

3. Ein gestörter Hormonhaushalt

Weist dein Hund eine hormonelle Unausgeglichenheit auf, kann sich das auf die Entwicklung von Knorpeln und Gelenken auswirken. Besonders die Hormone Somatotropin, Schilddrüsenhormone, Andro- und Östrogene können dazu führen, dass Knorpel zu schnell wachsen und folglich nicht mehr ausreichend versorgt werden, was zum Absterben des Knorpels führen kann.

4. Übermäßige Belastung

Ebenfalls eine Ursache für OCD beim Hund kann eine übermäßige Belastung der Gelenke sein. Besonders heranwachsende Hunde sind meist sehr aktiv und belasten ihre Gelenke mehr, als gesund ist. Besonders bei Hunden großer Hunderassen, kann eine übermäßige Belastung die Entstehung der Skelettfehlbildung zusätzlich verstärken.

Auch Verletzungen oder Traumata des Bewegungsapparates können die Ursache für OCD beim Hund sein.

ocd beim hund
Besonders junge, aktive Hunde tendieren dazu ihre Gelenke überzubelasten.

OCD beim Hund – Symptome und Diagnose

Das eindeutigste Symptom ist die Lahmheit des Hundes. Solltest du beobachten, dass dein Hund nicht richtig laufen oder sich sauber bewegen kann, kann das ein Anzeichen für eine beginnende OCD sein. Auch wenn dein Hund träge ist und keine Lust hat sich zu bewegen, kann das darauf schließen lassen, dass dein Hund Schmerzen beim Bewegen hat.

Solltest du diese Symptome an deinem Vierbeiner feststellen, ist es ratsam deinen Tierarzt oder deine Tierärztin aufzusuchen um im Falle einer entstehenden Erkrankung so schnell wie möglich mit der Therapie zu beginnen.

Die Diagnose einer OCD läuft in der Regel zunächst über die Abtastung und Bewegung der einzelnen Gelenke deines Hundes ab. Meist kann so schon festgestellt werden, ob dein Hund Schmerzen bei der Bewegung verspürt. Eine weitere Diagnose erfolgt dann entweder über Röntgenaufnahmen oder einer Gelenkspiegelung, der sogenannten Arthroskopie.

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Wichtig für die Behandlung ist eine frühzeitige Diagnose.

OCD beim Hund – Behandlung

Wurde die Entstehung der Krankheit bereits in einem frühen Stadium erkannt, kann sie abheilen ohne dass dein Hund weitere Schäden davonträgt. In den meisten Fällen wird die Erkrankung jedoch erst bemerkt, wenn sie sich schon in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, da meist dann erst die typischen Symptome auftreten. Auch hier variieren die Therapiemethoden, je nachdem wie stark die Krankheit schon vorangeschritten ist. Haben sich noch keine Fragmente des Knorpels vom Knochen abgelöst, kann mit Ruhigstellung, entzündungshemmenden Medikamenten sowie einer bestimmten Ernährung gegengewirkt werden.

Wenn sich bereits Teile des Knorpels abgelöst haben, müssen diese meist operativ entfernt werden.

OCD beim Hund vorbeugen – so geht’s!

Bestenfalls kommt es erst gar nicht zu OCD beim Hund. Selbst wenn dein Hund aufgrund seiner Rasse eher anfällig für diese Erkrankung ist, kannst du mit diversen vorbeugenden Maßnahmen dafür sorgen, dass die Krankheit erst gar nicht entsteht.

Um einer OCD vorzubeugen, muss man sich vor Augen halten, was mögliche Auslöser und Ursachen dieser Erkrankung sind. Wie bereits erwähnt, kann eine falsche Ernährung oder eine Überbelastung der Gelenke den Ausbruch der Krankheit verstärken.

Deshalb solltest du unbedingt darauf achten, dass dein Hund besonders in den jungen Jahren, nicht zu aktiv ist und folglich seine Gelenke nicht überbelastet. Besonders gelenkbelastende Aktivitäten wie Treppensteigen oder Springen sollten gemieden werden.

Auch hinsichtlich der Ernährung lässt sich einiges tun. Achte darauf, dass die tägliche Ernährung deines Vierbeiners genau an seinen Bedarf angepasst ist. Dabei gilt es nicht nur auf die Kalorienmenge zu achten, sondern auch auf ein gesundes Verhältnis diverser Nährstoffe, wie Vitamin D, Phosphor und Kalzium. Bist du dir unsicher, wie du deinen Welpen ernähren sollst, sprich es am besten mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin ab. Es gibt auch spezielles Welpenfutter, dass Größe, bedarf und Rasse deines Hundes berücksichtigt.

OCD beim Hund – Fazit:

Die OCD – kurz für Osteochondrosis dissecans – ist eine degenerative Störung der Knorpelbildung in den Gelenken, die dazu führt, dass sich der Bewegungsapparat deines Hundes nicht richtig ausbilden kann. Meist tritt diese Erkrankung zwischen dem 4. Und 7. Lebensmonat auf, wird oftmals aber erst später diagnostiziert. OCD tritt meist in den Schultergelenken, im Ellenbogen, in den Knien oder im Sprunggelenk auf. Besonders anfällig für diese Krankheit sind heranwachsende Hunde großer und schwerer Hunderassen. Die Ursachen liegen neben der Rassenzugehörigkeit oftmals in einer überschüssigen Ernährung, hormoneller Unausgeglichenheit oder übermäßiger Belastung der Gelenke. Wichtig für die Behandlung dieser Krankheit ist eine frühzeitige Diagnose. Solltest du also bemerken, dass dein Hund einen unsauberen Gang oder Schmerzen beim Bewegen hat, suche schnellstmöglich deinen Tierarzt oder deine Tierärztin auf. Mit der Vermeidung einer falschen Ernährung oder übermäßigen Bewegung, kannst du der Entstehung dieser Krankheit vorbeugen.

Alisa
Autor

Hallo und herzlich Willkommen bei Petou! Mein Name ist Alisa und ich komme aus einem Ort irgendwo im tiefsten Schwarzwald. Ich habe in einem kleinen Ort im noch tieferen Schwarzwald „Online Medien“ studiert. Schon immer habe ich gerne in Blogs zu den unterschiedlichsten Themen gestöbert und mich hier und da ein wenig inspirieren lassen. Und mal ehrlich – was wäre ich für eine „Online Medien“-Studentin, wenn ich nicht auch mal einen eigenen Blog schreiben würde? Weiterlesen

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